Joseph von Eichendorff
WünschelruteA Song In Everything
Eine weit ausgreifende Jazzballade über den Augenblick, in dem die vermeintlich stille Welt ihre verborgenen Stimmen preisgibt und aus dem Lauschen ein machtvoller Gesang entsteht.
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A Song In EverythingGedicht und Verwandlungen lesen+

Ausgangspunkt
Joseph von Eichendorff
Vier Blicke auf dieselbe innere Bewegung: vom historischen Gedicht über die freie Deutung bis zum Songtext und seiner deutschen Rückübersetzung.
01 — Original
Wünschelrute
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.
02 — Neuinterpretation
Die innere Erzählung
In allem, was ist, ruht ein Klang, den wir oft noch nicht erkennen. Manchmal dauert es ein Leben lang, ohne dass wir das innere Lied benennen. Doch wer es schafft, wirklich hinzuhören, wird sich über das bloße Sein erheben, muss sich nur auf die inneren Töne einschwören – dann wird er das höchste Glück erleben.
03 — English lyrics
A Song In Everything
At first I thought the world was still A sleeping road, an empty hill The trees stood silent in the rain The stones had never learned their names But underneath the quiet ground I felt the shadow of a sound A distant pulse, a trembling string As if the dark were listening I had no word to wake the air No map to find what waited there I only knew I had to stay And hear what silence had to say There is a song in everything In every stone, in every wing The world is only waiting there For someone who will learn to hear I walked beneath an open sky And heard the restless leaves reply A window breathed, a river called A thousand voices filled the walls The smallest flame, the deepest sea Were speaking in a tongue to me And every footstep on the road Released a note the silence held I never found the magic word It found me when I stopped to search And in the stillness of that day The hidden music found its way There is a song in everything In every stone, in every wing The world is only waiting there For someone who will learn to hear Now let the silence open wide Let every hidden voice arise We are the word, we are the flame We call the sleeping world by name There is a song in everything In every heart, in everything And we are more than what we seem We are the music and the dream And when the final echoes fall The song remains beneath it all Behind the night, behind the day It waits for us to find the way No world is silent, nothing sleeps The smallest sound is buried deep And if you listen, you will know The song was always there below
04 — Deutsche Rückübersetzung
Der englische Songtext auf Deutsch
Zuerst glaubte ich, die Welt sei still, ein schlafender Weg, ein leerer Hügel. Die Bäume standen schweigend im Regen, die Steine hatten ihre Namen noch nicht gelernt. Doch unter der stillen Erde spürte ich den Schatten eines Klangs, einen fernen Puls, eine zitternde Saite, als würde die Dunkelheit lauschen. Ich hatte kein Wort, um die Luft zu wecken, keine Karte zu dem, was dort wartete. Ich wusste nur, dass ich bleiben musste, um zu hören, was die Stille zu sagen hatte. In allem ist ein Lied, in jedem Stein, in jedem Flügel. Die Welt wartet nur darauf, dass jemand zu hören lernt. Ich ging unter einem offenen Himmel und hörte die unruhigen Blätter antworten. Ein Fenster atmete, ein Fluss rief, tausend Stimmen erfüllten die Wände. Die kleinste Flamme, das tiefste Meer sprachen in einer Sprache zu mir. Und jeder Schritt auf dem Weg befreite einen Ton, den die Stille bewahrt hatte. Ich fand das Zauberwort nie. Es fand mich, als ich aufhörte zu suchen. Und in der Stille jenes Tages fand die verborgene Musik ihren Weg. In allem ist ein Lied, in jedem Stein, in jedem Flügel. Die Welt wartet nur darauf, dass jemand zu hören lernt. Nun lass die Stille sich weit öffnen, lass jede verborgene Stimme aufsteigen. Wir sind das Wort, wir sind die Flamme, wir rufen die schlafende Welt beim Namen. In allem ist ein Lied, in jedem Herzen, in allem. Und wir sind mehr, als wir scheinen: Wir sind die Musik und der Traum. Und wenn die letzten Echos verklingen, bleibt unter allem das Lied. Hinter der Nacht, hinter dem Tag wartet es darauf, dass wir den Weg finden. Keine Welt ist stumm, nichts schläft, der kleinste Klang liegt tief verborgen. Und wenn du lauschst, wirst du erkennen: Das Lied war immer dort unten.






